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Cashewkerne

Cashewkerne sind botanisch gesehen gar keine echten Nüsse, sondern die Samen der Cashewfrucht (Anacardium occidentale), eines immergrünen Baums aus tropischen Regionen wie Brasilien, Indien, Vietnam und Teilen Afrikas. Die eigentliche Frucht, der sogenannte Cashewapfel, ist gelb bis rot gefärbt, der Kern sitzt in einer nierenförmigen Hülle darunter. Mit ihrem mild-nussigen Geschmack und der cremigen Konsistenz sind Cashewkerne vielseitig einsetzbar, als Snack, in Pesto, als Basis für veganen Frischkäse, in Currys oder Salaten.

Inhalt

1. Cashewkerne im Überblick

Cashewbäume gehören zur Familie der Sumachgewächse, wie auch Pistazien und Mango. Die Bäume tragen sowohl den Cashewapfel als auch, an dessen Unterseite, die eigentliche Cashewnuss in ihrer harten Schale. Nach der Ernte wird der Kern aus der Schale gelöst, ein Arbeitsschritt, der wegen der hautreizenden Stoffe in der rohen Schale (Cardol) besondere Sorgfalt erfordert. Handelsübliche Cashewkerne sind bereits vorbehandelt und unbedenklich zu essen.

2. Anbau, Verarbeitung & Sorten

2.1 Anbau und Produktion

Cashewbäume wachsen in tropischen Regionen wie Brasilien, Indien, Vietnam und verschiedenen afrikanischen Ländern. Die Ernte erfolgt häufig noch von Hand, ebenso das Schälen, das aufgrund der hautreizenden Eigenschaften der Schale eine anspruchsvolle Arbeit ist. Fair-Trade-Zertifizierungen spielen deshalb eine wichtige Rolle für faire Arbeitsbedingungen entlang der Lieferkette. Da Cashewbäume ein tropisches Klima benötigen, gibt es keinen Anbau in Deutschland oder Europa, der Transport aus den Anbauregionen ist entsprechend Teil der Ökobilanz.

2.2 Sorten und Varianten

Bio-Cashews stammen aus ökologischem Anbau ohne chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und sind meist etwas teurer. Handgeknackte Cashews sind aufwendiger in der Verarbeitung, maschinell geschälte Ware ist günstiger. Auch bei der Größe gibt es Unterschiede: Ganze Kerne eignen sich gut zum Snacken, während Bruchstücke günstiger sind und sich gut für Pesto oder zum Mahlen eignen.

2.3 Rösten, Salzen & weitere Verarbeitung

Cashewkerne lassen sich in der Pfanne oder im Ofen rösten, am besten bei moderater Hitze, damit die empfindlichen Fette nicht leiden. Anschließend können sie gesalzen oder süß-salzig karamellisiert werden. Für Aufstriche oder veganen Käseersatz werden Cashewkerne oft eingeweicht, über Nacht in Wasser oder als Schnellvariante in heißem Wasser, und anschließend fein püriert. Gemahlene Cashews eignen sich zudem als Bindemittel oder Ersatz für gemahlene Mandeln in Rezepten.

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3. Nährwerte & Verträglichkeit

3.1 Nährwerte im Überblick

Cashewkerne liefern pro 100 Gramm etwa 550 bis 600 Kilokalorien, eine Handvoll von rund 30 Gramm kommt auf etwa 170 Kilokalorien. Der Fettanteil liegt bei 42 bis 48 Prozent und besteht überwiegend aus ein- und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, der Omega-3-Anteil ist im Vergleich zu Walnüssen eher gering. Der Kohlenhydratanteil liegt bei etwa 30 Prozent, davon ein kleiner Teil Ballaststoffe, und der Proteinanteil bei 15 bis 18 Prozent.

Cashewkerne enthalten die Vitamine B1 und B6, nennenswertes Vitamin B12 fehlt jedoch, was insbesondere für Menschen mit veganer Ernährung relevant ist. Bei den Mineralstoffen sticht der hohe Magnesiumgehalt hervor, außerdem sind Eisen, Zink, Kalium und etwas Calcium enthalten.

3.2 Mögliche Risiken & Verträglichkeit

Cashewkerne können, wie andere Nüsse und Samen auch, Allergien auslösen. Wer eine Nussallergie hat oder Kreuzallergien kennt, sollte vorsichtig sein. Histaminreaktionen sind bei Cashewkernen selten, können individuell aber vorkommen. Bei größeren Verzehrmengen können Blähungen oder Durchfall auftreten, da enthaltene Pflanzenstoffe wie Lektine oder Oxalsäure bei empfindlichem Magen-Darm-Trakt Beschwerden verursachen können. Aufgrund des relativ hohen Fett- und Kaloriengehalts lohnt es sich, die Portionsgröße im Blick zu behalten.

Wie bereits erwähnt, enthält nur die rohe, unbehandelte Schale den hautreizenden Stoff Cardol, handelsübliche, geröstete oder anderweitig vorbehandelte Cashewkerne sind unbedenklich.

3.3 Wie viele Cashewkerne am Tag?

Eine Handvoll, etwa 30 Gramm, gilt als übliche Richtgröße. Die Kombination aus Fett, Eiweiß und Ballaststoffen sorgt für eine gute Sättigung, weshalb Cashewkerne sich als Snack zwischendurch eignen, ohne dass man gleich zu große Mengen braucht.

4. Einkauf, Lagerung & Haltbarkeit

Cashewkerne sollten kühl, trocken und dunkel gelagert werden, am besten in einem luftdichten Behälter. Im Kühlschrank halten sie sich noch etwas länger. Ungeöffnete Packungen sind mehrere Monate bis etwa ein Jahr haltbar, nach dem Öffnen empfiehlt sich der Verbrauch innerhalb weniger Wochen. Verdorbene Cashewkerne erkennst du an ranzigem Geruch, bitterem Geschmack oder sichtbarem Schimmel beziehungsweise schwarzen Punkten, in diesem Fall solltest du sie nicht mehr essen.

Cashewkerne lassen sich auch gut einfrieren und halten sich dann mehrere Monate bis zu einem Jahr. Aufgetaute Ware sollte zügig verbraucht werden.

5. Kulinarische Verwendung & Rezepte

5.1 Herzhaft

Cashewkerne sind ein beliebter Ersatz für Pinienkerne im Pesto, etwa in Kombination mit Bärlauch. In der indischen und asiatischen Küche werden sie gerne in Currys und Wok-Gerichten verwendet. Auch in Salaten und Bowls, zum Beispiel mit Trauben, Spinat, Rucola oder Couscous, sorgen sie für Crunch und einen milden, cremigen Geschmack.

5.2 Süß

Geröstete Cashewkerne mit Honig und Zimt oder in Schokolade getaucht sind eine beliebte süße Knabberei. Auch in Plätzchen und anderem Gebäck machen sich Cashewkerne gut.

5.3 Pflanzliche Alternativen

Eingeweichte und pürierte Cashewkerne sind eine beliebte Basis für veganen Frischkäse, Cashewmilch oder Cashewjoghurt. Wer mag, kann sich auch an der Fermentation von Cashewmasse zu einer Käse-Alternative versuchen.

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6. Häufige Fragen & Vergleich mit anderen Nüssen

6.1 Sind Cashewkerne eigentlich Nüsse?

Botanisch nicht, sie zählen zu den Samen der Cashewfrucht. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden sie aber, wie Mandeln oder Pistazien, üblicherweise als Nüsse bezeichnet.

6.2 Cashewkerne im Vergleich zu anderen Nüssen

Im Vergleich zu Mandeln haben Cashewkerne weniger Ballaststoffe und Eiweiß, sind dafür cremiger und leichter verdaulich. Erdnüsse, botanisch eine Hülsenfrucht, enthalten mehr Eiweiß, während Cashewkerne milder und süßlicher schmecken und etwas mehr Kohlenhydrate liefern. Walnüsse wiederum enthalten mehr Omega-3-Fettsäuren und schmecken herber, während Cashewkerne vielseitiger in süßen Speisen einsetzbar sind. Wer Cashewkerne in einem Rezept ersetzen möchte, kann auf Mandeln, Sonnenblumenkerne oder Pinienkerne zurückgreifen, wobei sich der spezifische Geschmack nur bedingt nachbilden lässt.

6.3 Wie erkenne ich verdorbene Cashewkerne?

Ranziger Geruch oder Geschmack, sichtbarer Schimmel oder dunkle Flecken sind klare Warnzeichen. Im Zweifel gilt: lieber entsorgen.

6.4 Cashewkerne in Schwangerschaft und Sport

Cashewkerne liefern in der Schwangerschaft wie auch sonst Vitamine, Mineralstoffe und pflanzliches Eiweiß, ihr Kaloriengehalt sollte dabei wie bei jedem energiereichen Lebensmittel im Blick behalten werden. Auch als proteinhaltiger Snack rund um sportliche Aktivität lassen sich Cashewkerne unkompliziert einsetzen, etwa gehackt über Müsli oder im Smoothie.

Fazit

Cashewkerne sind ein vielseitiges, cremiges Lebensmittel mit einem guten Nährstoffprofil aus gesunden Fetten, pflanzlichem Eiweiß und Magnesium. Wer auf Herkunft und Qualität achtet, am besten Bio- oder Fair-Trade-zertifiziert, und die Portionsgröße im Blick behält, kann Cashewkerne unkompliziert in eine abwechslungsreiche Ernährung einbauen, ob als Snack, im Pesto oder als Basis für pflanzliche Alternativen zu Milchprodukten.

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